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Das Wunder des Lebens und seine Helferinnen

Ursula Sturm, Marlies Mollenhauer und Katrin Kayser sind Hebammen aus Leidenschaft. Die Faszination einem neuen Leben auf die Welt zu helfen ist für sie bis heute magisch. Im Interview berichten sie, was ihren Job im Kreiskrankenhaus Prignitz so besonders macht.

Wie sind Sie dazu gekommen Hebamme zu werden?

Ursula Sturm: Ich habe mit 16 angefangen eine Ausbildung zur Säuglings- und Kinderkrankenschwester zu machen. Währenddessen bin ich sehr oft auch bei Entbindungen zum Einsatz gekommen. Da habe ich meine Leidenschaft für diesen tollen Beruf entdeckt. Mein Mann hat mich dazu motiviert und ich bin zweieinhalb Jahre nach Rostock gegangen und hab den Beruf der Hebamme erlernt. Ich arbeite jetzt 50 Jahre hier im Krankenhaus und habe es noch keinen Tag bereut.

Marlies Mollenhauer: Ich hatte den Wunsch schon in der achten Klasse. Für mich war es faszinierend, wie Schwangere ein neues Leben in sich tragen. Auch ich habe nach der Schwesternausbildung ein Studium zur Hebamme gemacht und helfe seitdem den Mamas bei den Geburten. Das ist bis heute ein toller Beruf und ich gehe jeden Tag zufrieden nach Hause.

Was zählt zu Ihren Aufgaben als Hebamme hier im Kreiskrankenhaus Prignitz und worin unterscheiden sich diese von einer privaten Hebamme?

Ursula Sturm: Ich nehme alle werdenden Mütter freundlich und offen hier auf. Die Chemie stimmt fast immer und ich spüre sofort das Vertrauen der Eltern. Sie bieten einem oft das Du an. Die Mütter sind dankbar, dass es uns gibt. Schließlich nehmen wir ihnen während der Geburt die Schmerzen und die Angst.

Marlies Mollenhauer: Die privaten Hebammen kümmern sich um alles was vor und nach der eigentlichen Geburt passiert. Zu uns ins Krankenhaus kommen die Mamas nur, wenn es soweit ist. Wir wollen, dass sich die werdenden Mütter wohlfühlen und eine möglichst natürliche Geburt erleben. Durch die emotionale Verbindung, die sich während einer Geburt aufgebaut hat, ist es mir sehr wichtig danach noch einmal auf der Station vorbeizuschauen und mich zu erkundigen, ob es Mutter und Kind gut geht. Da merkt man dann ganz besonders, wie dankbar die frischgebackenen Mamas sind.

Sie arbeiten jetzt schon eine lange Zeit als Hebamme. Was macht Ihren Job hier im Krankenhaus so besonders?

Katrin Kayser: Es ist toll, wie dicht ich hier an die Familien rankomme. Ich darf sie in einer Zeit begleiten, in der so viel Aufregendes und Wunderschönes passiert. Ein neues kleines Leben wächst heran und ich habe das Privileg dabei sein zu dürfen. Die werdenden Mütter erzählen mir Dinge, die man nirgendwo so hört. Es ist ein ganz inniges Verhältnis und eine spezielle Verbindung. Egal welche Frau hier zu uns kommt, ich bin immer mit der Seele dabei.

Marlies Mollenhauer: Mich fasziniert vor allem, dass jede Geburt anders ist. Ich habe schon erlebt, dass eine Geburt 26 Stunden dauert und eine andere findet dann Zivil, ohne Handschuhe und alles statt und dauert kaum länger als eine halbe Stunde. Es ist immer wieder ein unfassbares Erlebnis, eine Frau bei der Geburt eines kleinen Menschen zu unterstützen und mit ihr zusammen neues Leben zu schenken.

Welche Fähigkeiten muss eine Hebamme Ihrer Meinung nach mitbringen?

Ursula Sturm: An erster Stelle steht natürlich immer die fachliche Eignung. Hebammen sind medizinische Fachkräfte und als solche werden wir hier auch von jedem wahrgenommen. Ganz wichtig ist es, schnell eine Beziehung zur Mama aufzubauen. Schließlich begleiten wir die Mutter in einem der aufregendsten Momente ihres Lebens. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, wenn man ausgelernt hat, ist man noch lange keine Hebamme. Das wird man erst, bei der Ausübung dieses tollen Berufes. Bei den Geburten dabei zu sein ist lehrreich, aber vor allem ein wunderschönes Erlebnis.

Katrin Kayser: Ganz wichtig ist die Erfahrung. Man wird mit jeder Geburt lockerer. Dadurch wird auch die werdende Mama entspannter und die Geburt läuft stressfreier für Mutter und Kind. Ich muss der Ruhepol sein, an dem sie sich in diesem unfassbar tollen Moment orientieren kann. Das läuft hier im Krankenhaus super. Das Wohl der Frau und ihres Kindes steht im Vordergrund, denn nichts ist schöner als nach einer Geburt eine vor Freude strahlende Familie zu sehen.

Inwiefern profitieren Sie von der Modernität der Station und dürfen auch Anregungen für die Weiterentwicklung geben?

Ursula Sturm: Davon profitieren wir natürlich sehr. Der Kreissaal wurde einige Male umgebaut und da durften wir auch immer mitentscheiden. Es wurde keine Mühe gescheut, damit wir problemlos arbeiten können, was den Müttern ebenfalls zugute kommt. Wenn die Eltern das erste Mal die Station sehen, dann merkt man wie beeindruckt sie sind, weil wir hier alles so familiär gestaltet haben. Man könnte sagen, dass die Geburtenstation ein wenig das Herzstück des Hauses ist und so soll es auch sein, schließlich sind Kinder unsere Zukunft.

Katrin Kayser: Das ist hier im Krankenhaus besonders toll. Wir dürfen jederzeit unsere Ideen äußern und die werden auch respektiert. Ich erfahre hier eine ganz besondere Wertschätzung. Das macht es auch so angenehm und wunderschön hier zu arbeiten. Ich bin in einer glücklichen Situation und werde hier als vollwertige Fachkraft wahrgenommen und respektiert. Deshalb wird auch darauf gehört, was wir sagen.

Wir sind Vertraute. Wir sind Bezugspersonen.

Wir sind Helden der Geburt!

Sind Sie, trotz Ihrer langen Berufserfahrung, immer noch emotional ergriffen und aufgeregt?

Ursula Sturm: Ja, definitiv. Das hat sich bis heute nicht geändert. Noch heute kommen mir während der Geburt manchmal die Tränen, und ich habe schon mehr als 4000 Geburten betreut. Jede Geburt ist anders und dadurch wird es nie Routine. Das macht den Reiz des Berufes aus. Ich fiebere da immer mit. Die glücklichen Eltern mit ihrem Kind im Arm zu sehen, das ist ein unbeschreiblicher Moment.

Marlies Mollenhauer: Auch nach all den Jahren bin ich das natürlich immer noch. Jede Geburt ist etwas Neues und man weiß auch nie, was passieren wird. Am Ende bin ich glücklich, wenn das Kind und die Mutti gesund sind. Das ist jedes Mal aufs Neue schön. Deswegen mache ich den Beruf schon so lange. Es ist meine Leidenschaft, eine Frau auf der Reise der Geburt zu begleiten.

Wie wichtig ist die Hebamme während einer Geburt?

Ursula Sturm: Ganz wichtig. Wir sind immer Ansprechpartner für die Mütter. Wenn ich einer Frau vorschlage, den Arzt dazu zu holen, sagen sie uns: „Schwester, das brauchen Sie nicht. Wir schaffen das schon zusammen“. Da spürt man das volle Vertrauen. Wir bilden ein Team und können zusammen alles schaffen.

Katrin Kayser: Wir sind sehr wichtig. Gerade für die werdende Mutter. Sie hat in dieser aufregenden Phase Angst und Respekt vor dem was kommt. Da bin ich dann da und helfe ihr dabei, dass wir es gemeinsam schaffen. Die Frauen wollen jemanden haben, der ihnen zur Seite steht und das mache ich leidenschaftlich gern.

Wie entscheidend ist es für die Region, ein zentral gelegenes Krankenhaus zu haben?

Ursula Sturm: Das ist enorm wichtig. Wenn unsere Geburtenstation hier zumachen müsste, wäre das ganz schlimm. Die Frauen müssten zu weit fahren. Die nächsten Krankenhäuser sind alle 50 km weg. Das ist für die Mama und das Kind viel zu viel Stress. Auch wenn sie vielleicht nicht so genau weiß, ob die Geburt jetzt los geht oder nicht, ist es für sie von Vorteil, dass sie hier bei uns vorbei kommen kann. Wir sind hier bestens ausgestattet und helfen jeder Frau liebend gern.

Marlies Mollenhauer: Besonders für die Geburten ist das natürlich sehr wichtig. Ich möchte ja nicht erst eine halbe Stunde fahren müssen, wenn ich merke, meine Geburt geht los. Dadurch ergibt sich ein besseres Gefühl und ich muss mir nicht ständig Sorgen machen, ob ich es dann noch rechtzeitig ins Krankenhaus schaffe. Durch die Modernität unseres Hauses, wissen die Patienten auch, dass sie sich jederzeit auf uns verlassen können.

Was macht die Prignitz zu einer lebenswerten Region?

Katrin Kayser: Hier ist vieles anders, als in der Großstadt. Das macht es auch so besonders. Jeder ist freundlich und zuvorkommend. Deswegen fühlt man sich ganz schnell wohl. Es gibt diese Anonymität, wie in einer Großstadt, nicht. Man kennt sich und hilft sich. Die Prignitz ist eine sehr liebenswerte Region.

Marlies Mollenhauer: Jeder kann hier in Ruhe wohnen und aufwachsen und ist trotzdem nicht abgeschottet. Deshalb mag ich die Region so sehr. Die Menschen sind hilfsbereit und freundlich. Wie eine kleine Familie.

Was würden Sie sich für die Zukunft hier im Kreiskrankenhaus wünschen?

Ursula Sturm: Wir wünschen uns natürlich mehr Geburten und neue Kolleginnen. Das wäre wirklich toll. Da profitieren vor allem die Mütter von. Selbst wenn künftige Kolleginnen und Kollegen weniger Arbeitszeit möchte, kriegen wir das alles zusammen hin. Wir haben so ein tolles Team und helfen uns immer gegenseitig.

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